TL;DR — Entscheidungs-Matrix
- Mitarbeiter-Parkplatz (8h Aufenthalt) → 11 kW
- Firmenwagen-Pool (4-6h Stops) → 11 kW + Lastmanagement
- Kunden-Parkplatz (1-2h) → 22 kW AC
- Hotel-Gäste (Übernachtung) → 11 kW
- Restaurant (1-3h) → 22 kW AC
- Tankstelle / Rast-Stopp (15-30 Min) → DC 50-150 kW
- Logistik-Hof (kurze Stopps) → DC 50 kW
Faustregel: Was nicht in der verfügbaren Aufenthaltszeit voll geladen werden muss, ist überdimensioniert.
Die drei Leistungs-Klassen
11 kW (Drehstrom AC)
- Standard für Privat und Mitarbeiter-Parkplatz
- Lädt E-Auto-Akku in ca. 6-8 Stunden voll
- Keine Genehmigungs-Pflicht (nur Anmeldung)
- Material-Kosten: 600-1.500 € pro Ladepunkt
- Installations-Kosten: 800-2.000 € pro Ladepunkt
22 kW (Drehstrom AC)
- Doppelte Leistung wie 11 kW
- Lädt in ca. 3-4 Stunden voll
- Aber: viele E-Autos haben nur 11 kW On-Board-Lader — laden also auch an 22 kW-Wallbox nur mit 11 kW!
- Anmeldungs- und Genehmigungs-Pflicht
- Material-Kosten: 1.000-2.000 € pro Ladepunkt
DC-Schnelllader (50 kW - 350 kW)
- Lädt in 15-30 Minuten 80%
- Erfordert Mittelspannungs-Trafo bei größeren Anlagen
- Hohe Investition: 30.000 - 150.000 € pro Lader
- Wartung aufwendig
Was meistens übersehen wird
Lastmanagement ab 4 Wallboxen
Ohne Lastmanagement bei 8 Wallboxen: 88 kW Gesamtleistung nötig, dicke Zuleitung (250 mm² Querschnitt).
Mit Lastmanagement: Max 40-60 kW, dynamische Verteilung. 8 Mitarbeiter laden parallel langsamer — die 8 Stunden Arbeitsschicht reichen völlig aus.
Eichrechtskonforme Abrechnung
Wenn Mitarbeiter Strom als geldwerter Vorteil bekommen oder bezahlen:
- Eichrechtskonforme MID-Zähler Pflicht
- OCPP-Backend für Abrechnung
- DSGVO-konforme Datenerfassung
Aufpreis pro Ladepunkt: 200-500 €.
PV-Integration als Game-Changer
Mit PV-Anlage: PV-Überschuss-Ladung mit kompatibler Wallbox. Stromkosten gegen 0 € bei Sonne. Voraussetzung: kompatibler Wechselrichter mit Daten-Schnittstelle.
Kosten-Beispiele 2026
Klein: 4 Wallboxen Büro
- 4× KEBA P30 11 kW: 5.000 - 6.000 €
- Verkabelung: 3.500 - 5.500 €
- Lastmanagement-Modul: 1.500 - 2.500 €
- Anmeldung Netzbetreiber: 200 - 500 €
- Inbetriebnahme + DGUV V3: 600 - 900 €
Gesamt: 10.800 - 15.400 €
Mittel: 12 Wallboxen Mitarbeiter-Parkplatz
- 12× Mennekes Amtron Premium: 18.000 - 24.000 €
- Trasse + Verkabelung: 12.000 - 18.000 €
- Dynamisches Lastmanagement + OCPP: 6.000 - 9.000 €
- Eichrechtskonformer Zähler: 3.000 - 4.500 €
- Anmeldung + Genehmigung: 500 - 1.000 €
- Inbetriebnahme + DGUV V3: 1.800 - 2.700 €
Gesamt: 41.300 - 59.200 €
Groß: DC-Schnelllader 150 kW
- DC-Schnelllader 150 kW: 65.000 - 95.000 €
- Mittelspannungs-Trafo: 35.000 - 55.000 €
- Tiefbau + Trasse: 12.000 - 25.000 €
- Backend + Bezahlsystem: 5.000 - 10.000 €
- Anmeldung + Genehmigung: 2.000 - 4.000 €
- Inbetriebnahme: 3.000 - 5.000 €
Gesamt: 122.000 - 194.000 €
Förderung 2026 — was es noch gibt
Wichtige Updates Mai 2026
Charge@BW (Baden-Württemberg-Wallbox-Förderung) wurde am 06. Mai 2026 eingestellt. KfW 442 (Privat-PV+Wallbox-Kombi) ist seit 2024 beendet.
- Bundesförderung Mehrparteienhäuser (April 2026): bis 2.000 € pro Stellplatz, 500 Mio € Topf, gefördert über BMV
- EnBW-Förderung KMU: bis 900 € pro Ladepunkt für Unternehmen
- THG-Quote: 250-400 € pro Jahr und Ladepunkt für öffentlich abrechenbare Wallboxen
- Sofort-Abschreibung: steuerliche Sofortabschreibung im Investitionsjahr (Gewerbe)
THG-Quote — der Strom-Bonus
Bei öffentlich zugänglicher Wallbox (z.B. Restaurant, Firma mit Kunden-Zugang):
- 0,10 - 0,16 € Vergütung pro abgegebener kWh
- 250 - 400 € pro Ladepunkt jährlich
- Wir vermitteln die Abwicklung über zertifizierte Anbieter
Schlüsselfaktor: Auslastung
DC-Schnelllader lohnt nur bei mindestens 10-15 Ladungen/Tag. Sonst ist die hohe Investition nicht zu rechtfertigen. Für Gewerbe-Standard bleibt 11 kW AC der Sweet Spot.
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